Sozialratgeber Redaktion4 Min. LesezeitAktualisiert: 21. Juli 2026

Versorgungsausgleich Rente 2026: So läuft die Teilung ab

Der Versorgungsausgleich Rente ist gesetzlich geregelt und Teil des deutschen Scheidungsrechts. Er betrifft Sie sehr wahrscheinlich, wenn Sie sich scheiden lassen und während der Ehe Rentenansprüche erworben haben. Laut Deutscher Rentenversicherung werden im Falle einer Scheidung die Renten- und Versorgungsansprüche, die beide Ehepartner während der Ehezeit erworben haben, gleichmäßig untereinander aufgeteilt. In Deutschland werden laut "Ihre Vorsorge" pro Jahr rund 130.000 Ehen geschieden. Dieser Ratgeber erklärt Ihnen einfach, wie der Versorgungsausgleich abläuft und was er für Ihre Rente bedeutet.

Kurz gesagt

  • Status: Gesetzlich geregelt im Versorgungsausgleichsgesetz (VersAusglG)
  • Betroffen: Alle geschiedenen Ehepaare, die während der Ehe Rentenansprüche erworben haben
  • Wichtigste Zahl: Ausschluss möglich bei Ehen bis zu 3 Jahren, sonst automatisch
  • Nächster Schritt: Ablauf wird automatisch vom Familiengericht im Scheidungsverfahren geregelt

Was ist der Versorgungsausgleich bei der Rente?

Der Versorgungsausgleich Rente sorgt dafür, dass beide Ex-Partner nach einer Scheidung fair dastehen. Beim Versorgungsausgleich werden die Versorgungsansprüche aus der Ehezeit zu gleichen Teilen untereinander aufgeteilt, sodass beide Parteien jeweils die Hälfte der Ansprüche des anderen bekommen. Geteilt werden zum Beispiel Anwartschaften aus der gesetzlichen Rentenversicherung, einem Beamtenverhältnis sowie aus Betriebsrenten, Riester-Renten oder privaten Versicherungsverträgen.

Der Sinn dahinter: Wenn sich Paare zum Beispiel geeinigt haben, dass ein Elternteil während der Ehe in Teilzeit gearbeitet hat, um die Kinder zu erziehen, sollen diesem Elternteil daraus keine Nachteile für die spätere Rente entstehen. Das Verfahren ist im Versorgungsausgleichsgesetz (VersAusglG) geregelt, das seit 2009 in seiner heutigen Form gilt. Es gehört fest zum deutschen Scheidungsrecht dazu.

Rente Scheidung: Wann findet der Versorgungsausgleich statt?

Der Versorgungsausgleich ist automatisch Teil jedes Scheidungsverfahrens in Deutschland. Sie müssen den Versorgungsausgleich nicht gesondert beantragen, das Familiengericht führt ihn im Rahmen der Scheidung von sich aus durch. Als Ehezeit gilt dabei die Zeit vom Beginn des Monats, in dem die Ehe geschlossen wurde, bis zum Ende des Monats, in dem der Scheidungsantrag zugestellt wurde.

Es gibt jedoch Ausnahmen, in denen kein Versorgungsausgleich stattfindet. Laut Deutscher Rentenversicherung gilt das bei einer kurzen Ehe: Waren Sie höchstens drei Jahre verheiratet, findet ein Ausgleich nur statt, wenn Sie oder Ihr ehemaliger Partner dies ausdrücklich beim Familiengericht beantragen. Auch bei Geringfügigkeit, also wenn die Anrechte beider Partner ähnlich hoch oder nur sehr gering sind, kann das Gericht auf einen Ausgleich verzichten.

Versorgungsausgleich Rentenversicherung: So läuft das Verfahren ab

Der Versorgungsausgleich läuft in mehreren festen Schritten ab. Mit Einreichung des Scheidungsantrags beim Familiengericht wird das Ehezeitende festgelegt, das ist der Stichtag für die Berechnung. Das Gericht sendet den Ehepartnern anschließend Formulare zur Kontenklärung, mit denen alle Anwartschaften bei der gesetzlichen Rentenversicherung sowie bei Riester- und Betriebsrenten offengelegt werden müssen.

Die jeweiligen Versorgungsträger, darunter die gesetzliche Rentenversicherung, berechnen danach den Wert der Anwartschaften zum Ehezeitende. Der Rentenwert 2026 dient dabei als Basis für die Umrechnung in Entgeltpunkte. Am Ende beschließt das Familiengericht den Ausgleich im Scheidungsurteil. In der Regel findet eine interne Teilung statt, bei der ein eigenes Konto für den berechtigten Partner beim jeweiligen Versorgungsträger eingerichtet wird.

Versorgungsausgleich Rente: Was passiert mit den Rentenpunkten?

Beim Versorgungsausgleich werden die Rentenpunkte beider Ehepartner addiert und je zur Hälfte auf beide verteilt. Wie hoch die eigene Rente ausfällt, berechnen Rentenversicherungen anhand dieser sogenannten Entgeltpunkte. Seit Juli 2026 ist ein Entgeltpunkt für Ruheständlerinnen und Ruheständler 42,52 Euro wert, egal in welchem Bundesland.

Ein Beispiel: Wer während der Ehe wenig oder gar nicht gearbeitet hat, etwa weil er oder sie die Kinder erzogen hat, bekommt durch den Versorgungsausgleich trotzdem eigene Rentenpunkte gutgeschrieben. Wie hoch der Ausgleich konkret ausfällt, entscheidet allein das zuständige Familiengericht. Es stellt fest, wie lange die Ehe gedauert hat und wie viel während dieser Zeit in die jeweilige Altersvorsorge eingezahlt wurde.

Rentenausgleich vermeiden: Geht das überhaupt?

Manche Paare möchten den Rentenausgleich nach der Scheidung nicht durchführen lassen. Das ist unter bestimmten Bedingungen tatsächlich möglich. Wollen beide Partner keinen Versorgungsausgleich, können sie in einem Ehevertrag darauf verzichten, das ist selbst dann noch möglich, wenn die Scheidung bereits läuft. Ein solcher Verzicht muss notariell beurkundet werden und wird vom Familiengericht auf seine Angemessenheit geprüft.

Auch bei Auslandsbezug gibt es Besonderheiten. Ausländische Renten werden oft nicht direkt im Scheidungsbeschluss geteilt, sondern über den sogenannten schuldrechtlichen Ausgleich, bei dem die Zahlung erst beim Renteneintritt erfolgt. Hier greifen komplexe internationale Abkommen. Wer im Ausland gearbeitet hat, sollte sich für den Versorgungsausgleich unbedingt anwaltlich beraten lassen.

Versorgungsausgleich Rente: Was passiert nach dem Tod des Ex-Partners?

Auch nach dem Tod des ehemaligen Partners kann sich beim Versorgungsausgleich noch etwas ändern. Ist der Ex-Partner verstorben, dem durch den Versorgungsausgleich Rentenansprüche übertragen wurden, besteht unter bestimmten Bedingungen die Chance, die eigene volle Rente wieder zu bekommen. Das nennt sich Anpassung wegen Tod des ausgleichsberechtigten Ehegatten.

Das Verfahren muss dafür aktiv beim zuständigen Rentenversicherungsträger beantragt werden, es passiert nicht automatisch. Wichtig ist außerdem: Nach Ablauf der Beschwerdefrist wird die Entscheidung des Familiengerichts wirksam und ist damit für beide Ex-Partner sowie die Deutsche Rentenversicherung verbindlich. Änderungen sind danach nur noch in eng begrenzten Ausnahmefällen möglich.

Häufige Fragen (FAQ)

Nein. Der Versorgungsausgleich ist automatisch Teil jedes Scheidungsverfahrens in Deutschland. Das Familiengericht führt ihn von sich aus durch, außer bei sehr kurzen Ehen bis zu drei Jahren, wo ein Antrag nötig ist.

Geteilt werden Anwartschaften aus der gesetzlichen Rentenversicherung, aus Beamtenverhältnissen, Betriebsrenten und Riester-Renten. Die während der Ehezeit erworbenen Rentenpunkte werden addiert und je zur Hälfte auf beide Ex-Partner verteilt.

Ja, in einem Ehevertrag können beide Partner auf den Versorgungsausgleich verzichten. Das ist auch noch während eines laufenden Scheidungsverfahrens möglich. Der Verzicht muss notariell beurkundet werden.

Bei einer Ehedauer von höchstens drei Jahren findet ein Versorgungsausgleich nur statt, wenn ein Partner dies beim Familiengericht beantragt. Bei längeren Ehen führt das Gericht den Ausgleich automatisch durch.

Ist der Ex-Partner verstorben, der durch den Versorgungsausgleich Rentenansprüche erhalten hat, kann unter bestimmten Bedingungen die eigene volle Rente wiederhergestellt werden. Dafür ist ein gesonderter Antrag beim Rentenversicherungsträger nötig.

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Diese Informationen ersetzen keine Rechtsberatung. Alle Angaben ohne Gewähr. Stand: 21. Juli 2026. Für verbindliche Auskünfte wenden Sie sich an die zuständige Behörde.